„Wer steckt hinter den Trainings?" – Ein Gespräch mit Marcus Reinke
ElbValley:
Marcus, du bist Ex-Offizier, Business Coach, Fachbuch-Autor und internationaler Leadership-Trainer. Das klingt nach einem langen Weg. Was hat dich zur Führungsentwicklung gebracht?
Marcus:
Ehrlich gesagt war es weniger ein Plan als eine Konsequenz. „Bin ich so reingerutscht“, könnte man sagen. Im Militär habe ich früh gelernt, dass Führung oft keine Frage von Rang ist, sondern von Haltung. Wer in unklaren Situationen Orientierung schafft, gewinnt das Vertrauen seiner Leute – das gilt in der Bundeswehr genauso wie in einem Mittelständler mitten in einer Transformation. Als ich dann in die Wirtschaft gewechselt bin, habe ich festgestellt: Dieselben Muster, dieselben Stolperfallen – nur ohne Drill und Uniform. Also habe ich angefangen, genau da anzusetzen und die Dinge ins Zivile zu übersetzen.
ElbValley:
Was unterscheidet deine Trainings von dem, was man sonst so bucht?
Marcus:
Ich mache keine Motivationsveranstaltungen. Ich arbeite mit dem, was wirklich passiert – also mit den konkreten Situationen, Konflikten und Problemen, die die Teilnehmenden gerade erleben. Agile Frameworks und Mindsets interessieren mich, weil sie Struktur geben, ohne einzuengen. Neurobiologie interessiert mich, weil sie erklärt, warum Menschen tun, was sie tun. Und die gute Stimmung in meinen Trainings und Workshops: es wird viel Gelacht, auch bei ernsten Themen. Entwicklung kann und soll Spaß machen 😉
ElbValley:
Für wen sind deine Trainings gedacht – und für wen eher nicht?
Marcus:
Für alle, die ehrlich mit sich sein wollen. Neue Führungskräfte, die sich gerade fragen, was von ihnen erwartet wird. Erfahrene, die merken, dass ihr altes Führungsverständnis nicht mehr trägt. Projektleiter ohne disziplinarische Macht, die trotzdem Wirkung entfalten wollen. Und Menschen, die in Veränderungsprozessen stecken und nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen.
ElbValley:
Für wen nicht?
Marcus:
Für Leute, die „nur ein Zertifikat brauchen“, ohne sich zu bewegen. Ich mag echte Interaktion und Herausforderungen in den Trainings. Es sind keine „Sitzscheine“, wie in der Uni 😉
ElbValley:
Du bietest Trainings zu Growth Mindset, Agilität, Change Management und Führung an. Was verbindet das?
Marcus:
Die Haltung. Wer ein echtes Growth Mindset lebt, führt anders. Wer Veränderung gestalten will, braucht agile Denkweise und echte Selbstreflexion. Wer lateral führt, muss zuhören können. Das sind keine getrennten Themen – das ist eine Logik. Ich nenne das gerne: Klarheit im Kopf, Handwerk in der Hand.
ElbValley:
Was nimmst du selbst aus deinen Trainings mit?
Marcus:
Jede Gruppe ist anders und braucht was anderes. Ich lerne aus jeder Session. Und das ist kein Marketingsprech, sondern die ehrliche Antwort. Meine Trainings werden so oft inhaltlich angepasst und überarbeitet, dass kein Durchgang dem davor gleicht. Was mich antreibt: Wenn jemand nach zwei Tagen intensivem Training sagt: "Jetzt weiß ich, was ich als erstes ändern werde." Nicht mehr, nicht weniger. Das macht Spaß ðŸ˜Š
ElbValley:
Wo findest du Marcus Reinke, wenn er nicht trainiert?
Marcus:
Auf einem langen Lauf irgendwo zwischen Hamburg und dem nächsten Ultra-Trail im Berg. Im Sommer stehe ich beim Zugspitz-Ultra mit über 100 Kilometern und 5.550 Höhenmetern. Das ist beides absurd viel für einen Norddeutschen, das klingt verrückt - ist es auch. Aber genau das schätze ich: Herausforderungen, die größer sind als man selbst, lehren einem mehr über Resilienz als jede Theorie. Einfach mal versuchen – könnte ja klappen 😃